Entgegen der weit verbreiteten Ansicht sind für die überwiegende Mehrzahl der Stürze im Alter nicht die äußeren Bedingungen wie beispielsweise eine Türschwelle oder ein Teppich ausschlaggebend. Wie entsprechende Analysen der typischen Altersstürze zeigen, liegen die Ursachen öfter im stürzenden Menschen selbst (intrinsisch) und in seiner verringerten Fähigkeit zur sicheren Fortbewegung. Ebenso ist selten nur eine Ursache für den Sturz verantwortlich, sondern eine Kombination mehrerer Faktoren. Nachfolgend sind einige wichtige intrinsische Sturzrisikofaktoren aufgeführt:
- ein hohes Alter (> 80), weibliches Geschlecht, Hilfebedarf bei den Basisaktivitäten des täglichen Lebens
- allgemeiner Kraftverlust am Muskel- und Skelettsystem (häufig hervorgerufen durch körperlich Inaktivität), Probleme an den Füßen
- Geh- und Balancestörungen mit Veränderungen des Gangbildes wie verlangsamte Gehgeschwindigkeit, Trippelschritte, Störungen bei 360-Grad-Wendungen, Stehenbleiben oder Gang-Unterbrechung, wenn der ältere Mensch während des Gehens angesprochen wird, erhöhte Körperschwankungen
- Sehbeeinträchtigungen/-störungen (Hinweis: neben der Wahrnehmung der eigenen Körperstellung ist das Sehvermögen der zweitwichtigste Informationskanal im System der Haltungskontrolle) und Störungen des Lagesinns
- kognitive (das Erkennen betreffende) Störungen, Depressionen, Demenzen (Hinweis: Patienten mit demenziellen Erkrankungen haben eine hohe Sturzgefährdung, wobei der Zusammenhang zwischen geistiger Leistungsminderung und Stürzen bzw. Frakturen besonders ausgeprägt ist, wenn die geistige Leistungsminderung in Kombination mit motorischer Unruhe auftritt) Angst vor Stürzen
- Harninkontinenz, durch die Eile beim Aufsuchen der Toilette, vermehrtes nächtliches Wasserlassen (Nykturie) durch die häufigen Toilettengänge bei Nacht
- Anzahl der chronischen Gesundheitsstörungen, niedriger Body Mass Index, Blutdruckabfall oder Schwindel, Erkrankungen, die mit veränderter Mobilität, Motorik und Sensibilität einhergehen (wie beispielsweise Parkinson, Multiple Sklerose, Schlaganfall, Arthrose, Krebserkrankungen) und schlechter Allgemeinzustand